Wallfahrtskirche Maria Freienstein

stmar_beitrag

Neue Öffnungszeiten von April bis Oktober:
Sa, So und Feiertag von 14h – 17h


Kirche

Im Jahre 1660 wurde erstmals an die Leobener Jesuiten die Bitte herangetragen, die Ruinen der alten Burg zu befrieden. Eine Sage aus dieser Zeit berichtet recht anschaulich von der Erlösung einer unerlösten Seele durch den Hofnarren Hans, welcher dem Spuk rät, sich doch gefälligst selbst zu helfen. Damit war der Ort von Spuk und Dämonie befreit und der Kirchenbau konnte auf dem ehemaligen Burgareal beginnen.

Bereits 1665 waren die Bauarbeiten abgeschlossen und am 17. Februar 1718 wurde die Wallfahrtskirche feierlich zu Ehren der Sieben Schmerzen der Gottesmutter Maria eingeweiht. Die Deckengemälde zeigen die Glorie des Kreuzes Christi. Innerhalb der Kirche fallen besonders die Mirakelbilder auf, welche wunderbare Gebetserhörungen, welche auf Fürsprache der Mutter Gottes hin auf Freienstein gewirkt wurden. Diese Bilder stammen aus der Zeit um 1717 und erzählen uns von Bauunfällen, Pestepidemien, Krebsgeschwüren, Epilepsie bis hin zu Meineidschwüren. In gedruckter Form erschien dieses Mirakelbuch, welches sich heute im Steiermärkischen Landesarchiv befindet, im Jahre 1682.

Im Jahre 1926 beauftragte der Arzt und Heimatforscher, Dr. Gustav Hackl, seinen Freund, den Maler und Holzschneider Switbert Lobisser mit der Gestaltung eines Kapellenbildes für Maria Freienstein. Lobisser schuf in der nach ihm benannten Kapelle den `Gang Marias übers Gebirge´, ein Thema, welches der Meister auch in seinen Holzschnitten des Öfteren verfertigte. Das leider in den 1980-er Jahren komplett zerstörte Fresko zeigte die spätere Gattin Lobissers (er ließ sich als einstiger Benediktinerpater in St. Paul im Lavanttal laizieren) Eva im typischen Lobissergwandl.

Fazit: Ein bisher viel zu wenig bekanntes kirchliches und architektonisches Juwel mit einer Vielzahl von Facetten, welches noch einer tiefgründigeren Entdeckung harrt. Im Jahr 2008 begann eine Initiative zur Generalsanierung und Renovierung der Wallfahrtskirche Maria Sieben Schmerzen auf Freienstein, welche im Jahre 2018, dem 300 Jahrjubiläum der Einweihung, ihren Abschluss finden soll.


Burg

Die einstige Burg Leoben, auf einem Felsen hoch über dem Vordernbergertal gelegen, ist heute noch in ihren Ausdehnungen in der Ringmauer zu erkennen, welche auch die heutige Kirche von St. Peter umgibt. Hier befand sich das Zentrum der Gaugrafschaft Leoben, bevor die Siedlung Leoben durch den Böhmenkönig Otakar II. im Jahre 1270 in die Murschleife verlegt wurde. Somit haben wir in der Burg Leoben den eigentlichen Herrschaftssitz der Gaugrafschaft zu sehen, dessen eigentliches Verwaltungszentrum sich im Steinhaus (Traidersbergstraße 2) befand. Neben der Einhebung der Steuern und Zölle beinhaltete das Aufgabengebiet des Burgvogtes auch die Hohe Gerichtsbarkeit, somit auch die Vollstreckung von Todesurteilen. An diese Ära erinnerten noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts drei Galgen im Ortsgebiet von St. Peter (Kapelle in der Gmeingrube, im Ortszentrum und auf der Edlinghöhe).

Im Jahre 1498 begegnet uns mit Andrea Freiensteiner die erste namentlich bekannte Burgfrau von St. Peter – Freienstein, welche auch unserer Marktgemeinde den Namen gab. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die einstige Burg Leoben – auch Freienstein genannt – bereits stark verfallen und wurde aufgegeben