26. April 2020 | Pfarrbrief zum 3. Sonntag der Osterzeit

Pfarrbrief im PDF-Format


PFARRBRIEF

26. APRIL – DRITTER SONNTAG DER OSTERZEIT

Grüß Gott!

Mit dem wöchentlichen Pfarrbrief möchten wir Ihnen in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen einen geistlichen Impuls und einen Gebetstext anbieten sowie aktuelle Informationen zukommen lassen.
Mit besten Wünschen für die neue Woche,

                                                                                                                         Pfarrer Johannes Freitag


 

IMPULS

Vergebliche Mühen

Im Evangelium vom heutigen Sonntag (Joh 21,1–14) lesen wir, dass die Jünger Jerusalem verlassen und wieder nach Hause an den See gingen, um wieder als Fischer zu arbeiten. Über zwei Jahre waren sie mit Jesus gegangen. Es war eine gute Zeit. Sie hatten viel für sich und für ihr Leben mit den Menschen gelernt. Doch mit dem grausamen Tod Jesu am Kreuz war alles aus. Ein Sturm, stärker als alles, was sie je am See erlebten. All ihre Erwartungen waren zerstört. Als Fischer nahmen sie ihre gewohnte Arbeit wieder auf. Doch ich stelle mir vor, sie hatten es schwer, auf dem See wie im Dorf. Die einst vertrauten Menschen sahen sie als schräge Versager an und tuschelten hinter ihrem Rücken.

Wieder einmal hatten sie die ganze Nacht auf dem See verbracht und nichts gefangen.
Es war wie verhext. Wahrscheinlich können wir diese Erfahrungen teilen: Wir mühen uns ab – doch vergeblich, der Erfolg bleibt aus. Alle Mühe scheint umsonst – wie beim vergeblichen Fischfang der Jünger. Kahl und leer ist das Leben in solchen Momenten. Lang ist eine solche Nacht. Aber selbst nach der längsten Nacht kommt irgendwann der Morgen und die Sonne zeigt sich.

Begegnung mit Jesus

Als es aber Morgen war, stand Jesus am Ufer. Doch in den Herzen der Jünger war es noch immer Nacht. Und so erkannten sie ihn nicht. Die Jünger sind mit ihren eigenen Fragen und Problemen so sehr beschäftigt, dass sie Jesus zunächst nicht erkennen. Vielleicht geht es uns auch oft ähnlich: Wir rechnen manchmal gar nicht mit Gott.

Jesus ermutigt die Jünger zu einem Neuanfang, die Netze wieder auszuwerfen, anders als zuvor. Ich sehe darin eine Aufforderung und eine Hoffnung auch für uns heute, den Mut zu haben, etwas anders zu machen als bisher.

Im Evangelium hören wir, dass es der Blick der Liebe ist, der den Herrn erkennt.

Foto: Albrecht E. Arnold, pixelio.de
Foto: Albrecht E. Arnold, pixelio.de

Jesus begegnet uns in einem, der – wie Jesus am Ufer – einfach da ist,
mein Mühen und meine Erfolglosigkeit sieht und meine Enttäuschung mit aushält.

Jesus begegnet uns in einem, der uns – wie damals den Jüngern –
liebevoll Mut macht, es doch einmal anders zu versuchen.

Jesus begegnet uns in einem, der uns – wie damals Jesus am Kohlenfeuer –
Essen zubereitet, uns mit ganz konkreter Hilfe versorgt.

Jesus begegnet uns, wenn wir – wie Jesus und die Jünger –
miteinander unser Essen und unser Zusammensein genießen.

Wenn wir – wie Jesus und die Jünger – miteinander schweigen können
und ohne viele Fragen und Worte einfach umeinander wissen und uns nahe sind.

Wenn uns jemand – wie Jesus –
nicht nach Erfolg und Misserfolg beurteilt,
sondern uns so annimmt, wie wir sind, und sich darüber freut, dass wir da sind.

Jesus auch im Gewöhnlichen, Unscheinbaren zu finden, dafür lässt sich der Blick schärfen, wo ich in Ermutigung, Trost und Hoffnung seine Nähe erfahren durfte, wo ich in der lebendig machenden Begegnung mit anderen Menschen Jesus erkennen kann.

Für die Jünger Jesu war es „schon das dritte Mal, dass Jesus ihnen erschien“.
So ist auch für uns gewiss: er kommt immer wieder, mehr noch: er ist immer schon da – mitten in unserem Alltag.

Dieses Vertrauen, dass wir Jesus mitten in unserem eigenen Alltagsleben erfahren können und den liebevollen Blick auf unseren Alltag wünsche ich Ihnen in diesen Tagen.

Past. Ass. Barbara Trafella


 

 

GEBET

 

Foto: Dominik Wagner
Foto: Dominik Wagner, Wallfahrtskirche Maria Freienstein am 23. April

 

 Barmherziger Gott

wir sind mit unserem Leben unterwegs,

durch ruhige Gewässer

und manchmal auch durch stürmische See.

Manchmal voller Vertrauen und Kraft,

und dann auch wieder ohne Hoffnung und innerlich leer.

 

Dich bitten wir:

Sei du mit uns, in unserem Boot des Lebens

und stärke uns mit deiner Nähe:

 

Schenke uns Hoffnung und Kraft.

Bewahre uns mitten in unseren Stürmen des Lebens

und hilf uns, dass unser Leben blüht.

Und lass auch uns das Unsere dazu beitragen,

dass auch das Leben der anderen blühen kann.

 

Du Gott, bist voller Leben.

Einem Leben, das stärker ist als selbst der Tod.

 

Bewahre uns, behüte uns

in unseren Fragen und Zweifeln

in unserem Glauben und Vertrauen.

Mit deiner Kraft des Lebens.

Jetzt und in Ewigkeit.

Amen.


INFOS

 Gebet und Gottesdienste

 Tagsüber stehen unsere Pfarrkirchen im Vorderbergertal offen und laden zum Gebet ein.
An Samstagen, Sonn- und Feiertagen ist auch unsere Wallfahrtskirche Maria Freienstein
von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, bis auf weiteres jedoch nicht die Einsiedelei.

Unter katholische-kirche-steiermark.at sowie unter erzdioezese-wien.at finden Sie ein reiches Angebot, um über Livestream, TV und Radio an heiligen Messen teilzunehmen.

Täglich feiern wir, Pfarrer Johannes und Diakon Dominik, die Messe. Dabei nehmen wir alle Menschen unseres Pfarrverbandes stellvertretend mit hinein in das gemeinsame Gebet.
Ihr fehlt uns sehr, aber trotzdem bleiben wir uns nahe!

Gottesdienste ab 15. Mai unter Auflagen möglich

Ab 15. Mai wird es möglich sein, unter Einhaltung bestimmter Regeln, öffentliche Gottesdienste zu feiern, siehe dazu bischofskonferenz.at. Derzeit werden kirchliche Richtlinien für das gottesdienstliche Leben auf Österreich- und auf Diözesanebene erarbeitet.
Sobald wir dazu mehr sagen können, wird es konkrete Infos für unseren Pfarrverband geben.

Wir sind telefonisch erreichbar

Das Seelsorgeteam ist telefonisch erreichbar, siehe kirche-vordernbergertal.at/team.
Sollten Sie irgendwelche Hilfestellungen oder Informationen brauchen – rufen Sie an!

Kann ich jemanden für diesen Pfarrbrief anmelden?

Selbstverständlich! Senden Sie uns unkompliziert die entsprechenden E-Mail-Adressen
an trofaiach@graz-seckau.at – der nächste Pfarrbrief kommt bestimmt.

Priesterweihe von Diakon Dominik verschoben

Die Priesterweihe von Diakon Dominik Wagner wurde auf den Sonntag, 13. September 2020, verschoben. Sie wird um 15.00 Uhr in der Basilika Seckau stattfinden.

Dank für den Zusammenhalt

In den letzten Wochen haben wir in unseren Pfarren starken Zusammenhalt und gelebte Solidarität wahrgenommen. An dieser Stelle wollen wir Ihnen allen, liebe Katholikinnen und Katholiken, für jede gute Tat danken! Halten wir weiterhin zusammen, denn:
♪♫ „Wo die Güte und die Liebe wohnt dort nur wohnt der Herr!“ ♪♫


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