24. Mai 2020 | Pfarrbrief zum Pfingstsonntag

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Pfarrbrief im PDF-Format


PFARRBRIEF

31. MAI – PFINGSTSONNTAG


  IMPULS

Birgit

Pfingsten – in das Kraftfeld Gottes geraten

Mit Brausen und Getöse, wie ein Sturm kommt der Heilige Geist auf die Jünger herab. Mit diesen kraftvollen aber auch beängstigenden, ja sogar bedrohlichen Elementen schildert die Apostelgeschichte das Pfingstereignis, das Kommen des Heiligen Geistes.

Wie von Feuerzungen berührt, kommt der Heilige Geist über die Jünger.
Aber sie verbrannten nicht äußerlich, sondern sie brannten innerlich.
Die Worte, die der Heilige Geist ihnen eingab, brannten darauf, nach außen zu dringen. Die Jünger waren so begeistert von der Botschaft Jesu, so erfüllt vom Heiligen Geist, dass sie diese Freudensbezeugungen mit anderen Menschen teilen mussten und die Begeisterung breitete sich aus. Das war die Geburtsstunde der Kirche.

Ist Begeisterung zu Pfingsten noch spürbar oder ist nicht eher eine Ent-Geisterung zu beobachten? Während zu Ostern und Weihnachten noch eine gewisse Freude und auch Teilnahme an der kirchlichen Liturgie besteht, vermisst man dies beim Pfingstfest. Auch der kindliche Anreiz fällt weg. Zu Weihnachten bringt das Christkind Geschenke, zu Ostern kommt der Osterhase, aber zu Pfingsten kommt „nur“ der Heilige Geist – ohne Geschenke. Können die Menschen heute nur noch mit Geschenken oder großen Events „angelockt“ werden? Wird das Pfingstfest heute zu wenig spektakulär gefeiert?

Was begeistert die Menschen heute? In einer Zeit der Massenmedien, können wir auch Masseneuphorien beobachten, wie z.B. beim Fußball, um gewisse Stars, Computerspiele, oder Festivals usw. Doch ist die Begeisterung oft sehr kurzlebig. Sie ebbt dann genauso schnell wieder ab, wie sie aufgekommen ist und es wird auf das nächste großartige Event gewartet.

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Die Taube ist ein Zeichen für die Dynamik des Heiligen Geistes. Quelle: pexels.de

Heute ist es nicht leicht die Menschen mit der Begeisterung um Jesus Christus anzustecken. Sie betrifft nicht nur einen Teilbereich des Lebens und auch nicht nur eine kurze Zeitspanne, sondern das ganze Leben und noch darüber hinaus. Das braucht schon eine andere, größere Begeisterung. Aber gerade dass Jesus mein ganzes Leben betrifft, ist eine große Chance. Denn die Begeisterung allein um irdische Dinge kann nicht die volle Erfüllung bringen. Jesus braucht keine großartigen Ereignisse, um in den Mittelpunkt gerückt zu werden. Es reichen oft kleine Gesten, wo Begeisterung spürbar ist, z.B. wenn jemand in einer schwierigen Situation eine befreiende Idee hat, wenn jemand Kraft zum Durchhalten in einer ausweglosen Situation findet, wenn die Grenzen verschiedener Sprachen überwunden werden. Der Geist Gottes macht im Leben Mut!

Doch ist es letztlich Gott, der den Beistand sendet und der Mensch kann nur darum bitten. Aber Worte allein ohne Werke sind leer. Es reicht nicht nur vom Heiligen Geist erfüllt zu reden, man muss seine Worte auch mit seinem Leben unterstreichen. Auch Jesus hat nicht nur geredet, sondern hat seine Worte mit dem Dienst am Nächsten erfüllt. Damit sich die Begeisterung in unseren Worten und Leben widerspiegelt, hat uns Jesus als Hilfe den Heiligen Geist gesandt. Somit erfüllt Jesus sein Versprechen, dass er uns im Matthäusevangelium gegeben hat: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Denn der Heilige Geist ist auch heute noch unter uns. Wie der Heilige Geist schon viele Kinder Gottes erfüllt hat – wie die Jünger zu Pfingsten – können auch wir heute noch in voller Hoffnung Gott bitten, uns seinen Beistand, den Heiligen Geist zu senden.


 

INFORMATIONEN

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Bischof Johann Weber

 Altbischof Johann Weber verstorben

Am Mittwoch, 3. Juni 2020, findet das Requiem unseres verstorbenen Altbischofs Johann Weber (* 26. April 1927 in Graz, † 23. Mai 2020), dem 56. Bischof der Diözese Graz-Seckau, im Grazer Dom statt. Die Trauerfeier wird ab 13.15 Uhr im ORF live übertragen.

 

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 „Für eine geistvoll erneuerte Normalität“ – Hirtenwort der österr. Bischöfe zum Pfingstfest 2020

Die österreichischen Bischöfe haben zum Pfingstfest ein Hirtenwort herausgegeben. Das Schreiben sowie eine entsprechende Kurzfassung ist unter bischofskonferenz.at nachzulesen.

 

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